Montag, 5. Juni 2017

Rezension: No Return 1: Geheime Gefühle


**Bandboys in Love**

Sie sind die angesagtesten Jungs der gesamten Vereinigten Staaten. Wo auch immer sich die Boyband WrongTurn hinbewegt, folgen ihnen Mädchenkreischen, Liebesbotschaften und nicht selten sogar Heiratsanträge. Teil einer solchen Band zu sein, ist nicht immer leicht, aber das ist es nicht, was den 19-jährigen Songwriter Tony in letzter Zeit aus der Bahn wirft. Denn Tony ist verliebt. In einen Jungen. Und niemand auf der Welt darf es erfahren. Nicht seine Fans, nicht die strenge Bandmanagerin oder die ihnen auf Schritt und Tritt folgenden Reporter und schon gar nicht seine erzkatholischen Eltern. Aber vor allem nicht sein bester Freund und Bandleader Andrew…

Autor: Jennifer Wolf
Verlag: Impress (Carlsen)
Preis: 3,99€ [eBook]
Buchlänge: 226 Seiten

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"No Retrun: Geheime Gefühle" ist zugegeben mein erster Gay-Romance-Roman, dementsprechend gespannt war ich natürlich, was mich erwarten würde. Ich habe eine etwas weniger gefühlvolle Geschichte erwartet. Keine Ahnung, warum. Schieben wir es meine mangelnden Kenntnissen der männlichen Gefühlswelt zu. Doch was ich bekommen, habe, war das genaue Gegenteil. Große Gefühle und eine Liebesgeschichte, die mich an den Seiten hat kleben lassen. Und es hat keinen tag gedauert, da war ich auch schon auf der letzten Seite angelangt. 

Aber beginnen wir am Anfang. Ich glaube ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem so wenige weibliche Charaktere aufgetreten sind, aber die Fehlen der Geschichte auch gar nicht!. Zumindest Hauptcharaktere, denn die Anzahl derer, war in diesem Roman gleich Null, von einigen Nebenpersonen abgesehen. Hauptsächlich geht es nämlich um die Jungs der Band Wrong Turn. Jetzt, im Nachhinein betrachtet passt ihr Bandname erstaunlich gut zu einigen Ereignissen der Geschichte, aber dazu später mehr. Es geht also um die Mitglieder der Band, hauptsächlich aber um Andrew und Tony. Beide absolut liebendwürdig und lustig und dabei auch noch beste Freunde. Alles könnte also so einfach sein, wäre da nicht diese kleine aber feine Sache, die alles ins Ungleichgewicht zu stoßen schein: Tony ist schwul und seine Gefühlen für Drew scheinen sich ihre Freundschaft zu belasten, oder? Es kommt des Öfteren zu Unausgesprochenem zwischen ihnen, das beide zu belasten scheint und dann tauchen auch noch vermehrt Anton Fans auf, die die zwei nur zu gerne als Paar sehen würden, aber das würde nicht nur gegen ihren Vertrag verstoßen, sondern auch ihre Karriere stark gefährden.

Und so kommt es immer wieder zu Situationen, die ihre Agentin gar nicht gerne im Internet sieht. Dabei geht es nicht nur um Tonys Gefühle für Drew, sondern auch um ihre besondere Freundschaft, die sie verbindet. Lustige, ohne Hintergrund eigentlich unverfängliche Szenen, die oft sehr einfach sehr amüsant sind und die Seiten wie im Flug verfliegen lassen. 
Doch genau diese Szenen sind es auch, die Tony immer vor Augen führen, was er an Drew so sehr mag und das macht es natürlich nicht einfacher für ihn seine Gefühle zurückzuhalten, zudem stammt es aus einer erzkatholischen Familie. Außerdem scheint auch Drew sich ihm nicht mehr in allem anzuvertrauen...

Ich habe aber nicht nur die zwei Jungs während des Lesens ins Herz geschlossen, sondern die ganze Band, besonders auch Shane, und einige Nebenfiguren, wie zum Beispiel Tonys Bodyguard Ben. Die Chemie zwischen den Figuren stimmt einfach, dass spürt man mit jeder einzelnen Zeile und doch haben sie alle einen ganz unterschiedlichen Charakter, der sie von den anderen abhebt. 

"Was ist mit dir los? Du siehst aus wie der Tod persönlich"
Ich ziehe eine Schnute [...] "Hab meine Sense verloren" S.38

Von genau solchen Sätzen lebt diese Geschichte. 

Doch so amüsant einige Szenen auch sind, beschäftigt sich das Buch mit einem Thema, dass für einige Menschen der Welt immer noch ein Tabuthema ist: gleichgeschlechtliche Liebe. Für mich eigentlich gar kein Thema, aber einige sehen darin offensichtlich ein großes Problem. Und diese Gegenstimmen werden auch im Buch nicht verschwiegen, so geht es für Tonys Eltern gar nicht, dass er schwul ist und machen ihm bereits vor seinem Outing klar, dass sie das ganz und gar nicht in Ordnung finden. An diesen Stellen habe ich richtig mit Tony gelitten, denn sein Schmerz konnte man durch den gefühlvollen Schreibstil der Autorin sehr gut nachvollziehen. Jennifer beweist somit, dass sie genauso traurige und schmerzhafte, wie lustige und spritzige Szenen schreiben kann und ihnen ihre eigene Dynamik verleiht. Im einen Moment hat man noch mit den Jungs gelacht und in der nächsten wollte man sie am liebsten in den Arm nehmen.

Der erste Band ist ein großes Auf und Ab der Gefühle. Große Glückgefühle teilen sich die Seiten mit Niedergeschlagenheit. Witze mit Tränen. Offenheit mit Verstecken. Mit dieser Mischung konnte Jennifer gefangen nehmen und ich konnte den Beginn der Geschichte der Jungs erleben, als wäre ich direkt dabei. Etwas, dass ich mir bei jedem Buch wünsche, doch nicht immer bekomme. 
Somit ist klar, dass ich es kaum erwarten kann, bis der zweite Band erscheint und ich wieder mit der Band, und natürlich Tony und Drew, Zeit verbringen kann. Denn das Ende... ein zweiter Band ist definitiv nötig!

In diesem Sinn: 5 von 5 Sterne


Kommentare:

  1. Hey Saskia :)

    No Return 1 habe ich auch vor kurzem erst gelesen und ich fand es auch echt super :)
    Die letzten Seiten konnte ich nur unter Tränen lesen ... und ich kann es gar nicht abwarten bis Anfang August der zweite Teil kommt ;)

    Tolle Rezi ❤

    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Hi :)

      Ja, die letzten Seiten waren echt emotional und bis Band zwei rauskommt... das wird eine lange Zeit! Ich will unbedingt, dass Anton sein Happy End bekommt :D

      Liebe Grüße
      Saskia

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